Praxisphilosophie 

Dr. Braun-von Gladiß beschreibt die seiner ärztlichen Tätigkeit zugrunde liegende Philosophie folgendermaßen:

Umweltmedizinische Probleme verdichten sich am Beginn des 21. Jahrhunderts. Das bisherige Vertrauen in wissenschaftliche Fachexperten wird zunehmend erschüttert und ist oft auch nicht mehr gerechtfertigt. Ob es um chemische Umweltbelastungen, Atomtechnologie, Gentechnik oder Mobilfunk geht oder ob es sich um die Zunahme von Krebshäufigkeit, um Krankheitsanfälligkeit oder um Ernährungsfragen handelt, immer deutlicher ist, dass Wissenschaftler sich nicht einig sind. Objektive Wissenschaft ist Illusion. Der Einzelne muss in praktisch allen Belangen des Lebens eigene Entscheidungen treffen, wenn er sein Leben über die Bestimmtheit durch Marktinteressen hinaus auch eigenverantwortlich prägen möchte. Früher weitverbreitete Versorgungsmentalitäten sind nicht länger gerechtfertigt. 

Neue Denkansätze und Handlungsstrategien zu entwickeln wird immer wichtiger. Dabei sind kreative, auch spontane und sogar spielerische Problemlösungen oft effektiver als rein rational berechnete Handlungs- und Therapievorgaben.

Dies gilt auch in der Medizin. Auch dort steht das bisherige Konzept (Pathophysiologie) weitgehend hilflos neuen, nicht mehr lösbaren Krankheiten gegenüber: Allergien, Überempfindlichkeiten gegen Chemikalien und Elektrizität, chronisches Erschöpfungssyndrom CFS, chronische Vergiftungen, schleichende und nicht ausheilende Infekte, Fibromyalgiesyndrom, Infektanfälligkeit, Nervendegenerationserkrankungen, Depressionen, Schlafstörungen, zunehmende Krebshäufigkeit.

Bisherige medizinische Strategien waren darauf orientiert, mit Antimitteln Symptome zu bekämpfen. Zusammenhänge zwischen dem Charakter gesundheitlicher Störungen und individuellen Lebenszusammenhängen, also eine ganzheitliche Sicht, gelten immer noch als wissenschaftlich irrelevant, nicht zuletzt weil sie nicht statistisch reproduzierbar ausgewertet werden können. In der Diskussion über Qualitätssicherung wird evidence based medicine gefordert, und dies heißt, dass definierten medizinischen Problemen mit einem standardisierten Handlungskonzept begegnet wird, also eben nicht mit einem auf das Individuum orientierten Vorgehen. 

Ich verstehe die Forderung, die Medizin auf ihre Wirkung abzustimmen (evidence based) demgegenüber eben in dem Sinne der alten Weisheit: Wer heilt, hat Recht. Ganzheitlicher Medizin liegt ein mehr künstlerisch als wissenschaftlich auswertbar geprägtes Konzept zugrunde, das Sachwissen und Intuition gleichermaßen gewichtet und den Arzt gleichrangig Techniker wie Seelsorger und Priester sein lässt. Daher beschränke ich mein medizinisches Handeln nicht auf „wissenschaftlich anerkannte“ Verfahren, sondern erweitere es bewusst um jene Methoden, die sich mir in jahrzehntelanger Berufserfahrung als wirksam erwiesen haben. Ob ich ein Verfahren in mein Behandlungskonzept integriere, hängt nicht davon ab, ob es rational erklärt werden kann und auch nicht davon, ob es von Kommissionen und gesetzlichen oder privaten Krankenversicherungen in Erstattungskataloge aufgenommen worden ist. Und ich wende bei verschiedenen Menschen mit gleicher Diagnose ganz bewusst unterschiedliche Behandlungen an. Die Wahl der Methode mache ich also nicht von der Krankheitsklassifikation abhängig, sondern von der individuellen Besonderheit eines Menschen.

Hermann Hesse hat diese Achtung vor der Individualität eines Menschen brilliant formuliert: „Jeder Mensch ist nicht nur er selbst, er ist auch der einmalige, ganz besondere, in jedem Fall wichtige und merkwürdige Punkt, wo die Erscheinungen der Welt sich kreuzen, nur einmal so und nie wieder. Darum ist jedes Menschen Geschichte wichtig, ewig, göttlich, darum ist jeder Mensch, solange er irgend lebt und den Willen der Natur erfüllt, wunderbar und jeder Aufmerksamkeit würdig“.

Große Bedeutung messe ich den vernetzten Beziehungen der Teile des Körpers einerseits und den Wechselwirkungen zwischen einem Menschen und seiner emotionalen Erlebniswelt, seinen seelischen Faktoren, den sozialen Gegebenheiten, seinem Naturell und den geistigen Dimensionen bei. Dabei spielen das sogenannte innere Milieu, Störfeldprozesse, auch kranke Zähne und ihre Auswirkungen auf Organe, das Immunsystem, die Darmflora und die Reaktionsfähigkeit des Organismus eine bedeutende Rolle. Probleme in diesen Bereichen können wichtige Behandlungsblockaden bewirken, und sie müssen deshalb abgeklärt und therapeutisch einbezogen werden.

Ich verspreche meinen Patienten keine Heilung, denn ob diese geschieht oder nicht, kann ärztlicherseits nicht bestimmt werden. Mein Versprechen lautet vielmehr, mich aufrichtig auf der Basis langjähriger schulmedizinischer und ganzheitsmedizinischer Berufserfahrung für eine Linderung der Beschwerden und für den Genesungsprozess zu engagieren. Dabei verstehe ich mich als gesundheitlicher Anwalt für meine Patienten und helfe ihnen, die Vielfalt auch des außerschulmedizinischen Untersuchungs- und Behandlungsspektrums zu sichten, nicht zuletzt auch, um gerade auf dem um sich greifenden Markt der Esoterik einer neuen Konsumentenmentalität vorzubeugen. Menschen dabei zu helfen, mehr Eigenverantwortlichkeit zu entwickeln und ihre bisherige Opferrolle aufzugeben, ist mir in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. So wächst eigene Autonomie, auch die Fähigkeit zu eigenen Entscheidungen des Patienten im Therapieprozess, im Alltag und auf der Ebene der Normen und Werte. Persönliche Autonomie ist eine wichtige Voraussetzung für Salutogenese, das heißt, für Gesundwerden und Gesundbleiben.

 



(© Dr. med. K. Braun-von Gladiß)
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Privatärztliche Praxis von Gladiß
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